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Japan-Handwerk > Holz-Handwerk > Japanische Schirmkultur früher und heute
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Japanische Schirmkultur früher und heute
Wagasa - der japanische Schirm
Vom Strohmantel zum Mode-Accessoire
Schirme: Unterschiede zwischen Ost und West
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Traditionelle RegenmäntelTraditionelle RegenmäntelVom Strohmantel zum schicken Mode-Accessoire

Der frühe japanische Regenschutz bestand zunächst aus einem Stohhut ("suge-gasa") und einem Strohumhang ("mino"). Man geht davon aus, dass der Vorgänger des "wagasa" etwa zu Beginn der Heian-Zeit (794-1185) aus China nach Japan kam und zunächst den Adligen (zinnoberrot) und Samurai (weiß) vorbehalten war. Nach und nach kam jedoch auch der Rest der Bevölkerung in den Genuss dieses praktischen und schönen Utensils. Schon damals war der Schirm nicht nur ein Mittel zum Zweck sondern auch ein beliebtes Mode-Accessoire.

Der Trick mit der Faltung

Der frühe "wagasa" war noch nicht faltbar. Erst in der Azuchi-Momoyama-Zeit (1568-1603) wurde der Faltmechanismus entwickelt, der den praktischen Nutzen des Schirms erheblich steigerte. Der Mechanismus an sich ist dem des modernen Schirm ähnlich. Allerdings faltet sich der japanische Schirm derart, dass im gefalteten Zustand nur noch die Bambus-Verstrebungen zu sehen sind, nicht das Deckmaterial. Die ca. 30-70 (!) Bambus-Stäbe eines "wagasa" werden so geschickt aus einem einzigen Bambusrohr geschnitten, dass sie sich beim Falten des Schirms nahtlos zu einer geschlosssenen Oberfläche aneinander fügen. Beim westlichen Schirm dagegen liegt nach dem Zusammenfaltenfalten der 6-16 Streben das Deckmaterial locker am Griff an.

Roter Wagasa mit Aufschrift bei einer Hochzeitszeremonie © HiyoshiyaRoter Wagasa mit Aufschrift bei einer Hochzeitszeremonie © HiyoshiyaDie endgültige Form
Etwa ab dem 14. Jahrhundert bis zur Edo-Zeit (1603-1868) erhielt der "wagasa" die Gestalt, in der er heute noch hergestellt wird. Als Motiv bei Lackwaren, Keramik und Textilien erfreute sich der traditionelle japanische Schirm seit jeher größter Beliebtheit. Auch in Werken von Hiroshige Andô (1797-1858) und Utamarô Kitagawa (1753-1806) finden sich Darstellungen des "wagasa".

Der "wagasa" bekommt Konkurrenz

Als mit der Meiji-Zeit auch die westlichen Einflüsse stärker wurden, verlor der japanische Schirm durch die Einführung des westlichen, unempfindlicheren Regenschirm rasch an Bedeutung. Im späten 20. Jhdt. wurden zwar immerhin noch über eine Million "wagasa" in tradtionellen Werkstätten in ganz Japan produziert, aber schließlich gewann wurde bis heute fast aus dem Straßenbild verdrängt.

Dennoch findet auch heute noch der "wagasa" weiterhin Verwendung, z.B. als großer, leuchtendroter Sonnenschirm bei Tee- oder anderen Zeremonien im Außenbereich. Auch in traditionellen Tanzdarbietungen und im Kabuki-Theater ist er weiterhin als "buyo-gasa" unabkömmlich. 

 

Der magere Rest: Schirm-Handwerk auf verlorenem Posten

Aktuell wird der "wagasa" nur noch in 5 von der Regierung zertifizierten Werkstätten in ganz Japan hergestellt. Diese befinden sich vor allem in Kyoto und Gifu. Trotz der stark geschrumpften Nachfrage ist der tradtionelle Schirm und die dahinter steckende hohe Handwerkskunst heute jedoch immer noch hoch angesehen. Wenn Sie erfahren wollen, welch enormer zeitlicher und handwerklicher Aufwand in der Herstellung eines einzigen japanischen Bambus-Schirms steckt, dann lassen Sie sich den zweiten Teil dieser Serie nicht entgehen: Wagasa - Traditionelle Schirmherstellung in Japan.
 


 


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