| Beitragsseiten |
|---|
| Vertrauen im Japangeschäft |
| Vertrauen: deutsch versus japanisch |
| Amae, Ningen-kankei und Harmonie |
| Honne, Tatemae und Makoto |
| Alle Seiten |
Harmonie-Gebundenheit und Konsens-Pflicht kennen u.a. ein probates Mittel zur Flurbereinigung bei Problemen – die Entschuldigung! Gänzlich unbedeutend ist dabei, ob Sie tatsächlich der Schuldige sind. Wichtig allein ist die Schaffung einer ausgeglichenen Kommunikationsebene, wo keiner fürchten muss, sein Gesicht zu verlieren. Lernen Sie also die Grundtechniken des Nachgebens, des vorsichtigen Taktierens und nicht zuletzt der Geschicklichkeit, stets vertrauensvoll harmonisches Zusammenwirken zu bestärken.
Dazu gehören Erfahrung und Wissen im Umgang mit einer weiteren Anzahl japanischer Verhaltensweisen wie etwa die Vereinbarkeit von japanischer „Fassade“ (TATEMAE) und „wahrer Absicht“ (HONNE), die stets Negatives absorbiert und das Ziel einer Aktion auch durch vorläufige Täuschung zu erreichen sucht. Hier betreten wir einen äußerst komplizierten Bereich der Vertrauensbildung, wo vor allem intime Kenntnisse japanischen Verhaltens notwendig sind, die oftmals der längeren Erfahrung vor Ort bedürfen.
Abschließend erscheint es notwendig, neben manchem noch Ungenannten ein weiteres Wesensmerkmal ihres möglichen japanischen Partners zu erwähnen – nämlich die “Loyalität“ (MAKOTO). Das Wesen des Kriegers (Samurai), seine tiefe Affinität zu Pflichterfüllung (giri) und Treue findet hier ihren Ausdruck. Makoto bezeichnet die stets loyale Beziehung u.a. zu Familie und Firma aber auch zu Freund und Geschäftspartner. Makoto entspringt der eigenen Schuld und Verpflichtung durch erhaltene Erziehung, Fürsorge und Förderung. Makoto kann nicht negiert oder gar abgelegt werden. Makoto ist Teil japanischen Wesens. Und viele Japaner sind sich bewusst, dass ein Ausländer (hier besonders Amerikaner) makoto gar nicht haben, geschweige denn leben kann.
Folgerichtig sucht der Japaner beim Prozess der Vertrauensbildung mit Ihnen die möglichst umfassende Absicherung. Risikominimierung ist demnach ein Faktor, der japanisches Mitwirken bestimmt. Tragen Sie ihm deshalb keine gewagten Unternehmungen an, übervorteilen Sie ihn nie und sparen Sie mit aggressiv vorgetragenen Anforderungen. Seien Sie sich bewusst, dass Ihr japanischer Partner Überraschungen und Abenteuer lieber im Tokyo-Disneyland sucht, sie aber bei beruflichen Projekten scheut. Besser Sie geben ihm die Sicherheit eines loyalen Partners, dessen Handeln durch Nachvollziehbarkeit, Kompatibilität und Wir-Gefühl bestimmt ist. Vertrauen gründet sich in Japan nie auf Alleingänge – Vertrauen ist immer Klebstoff der Gemeinsamkeit. Überzeugen Sie deshalb ihren japanischen Partner mit Eigenschaften, die er nicht unbedingt zum Wesen westlicher Menschen zählt, wie etwa Zurückhaltung, Toleranz, Einfühlungsvermögen und ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Geduld, denn schon ein japanisches Sprichwort lehrt:
„CHIRI MO TSUMOREBA, YAMA TO NARU“
„Auch wenn nur Staub sich anhäuft, wird mal ein Berg daraus.“
Dr. Blassen
Viel Erfolg wünscht die
Japanberatung – Dr. Blassen
Bild 2 (Blick auf Fuji):© JNTO





