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| Ein deutscher Akupunkteur in Japan |
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Da ich Deutschland nach Abitur und Zivildienst verlassen habe, ohne eine Universität besucht oder einen Beruf erlernt zu haben, musste ich mir auch irgendwann einmal Gedanken machen, wie ich in der Zukunft meinen Lebensunterhalt verdienen möchte. Da dachte ich mir, eine Ausbildung in Akupressur würde mir erlauben, private und berufliche Interessen miteinander zu verbinden und mir eine gesicherte Existenzgrundlage bieten. Nun, ich war jung und unerfahren. Inzwischen weiss ich, dass dies SO einfach nicht ist. Ich bin dann an eine Schule gegangen, wo man außer Akupressur (Shiatsu) auch Akupunktur, Moxibustion und orientalische Massage lernt. Die 3-jährige Ausbildung wird mit dem Staatsexamen beendet, welches dem Inhaber erlaubt, eine eigene Praxis zu eröffnen.
Studienzeit in der Forschungsabteilung für orientalische Medizin Tamagawa Hospital. © Blasejewicz Ich zog es jedoch vor, zunächst für vier Jahre an einem großen Krankenhaus mit einer "Forschungsabteilung für orientalische Medizin" praktische Erfahrungen zu sammeln.
Die Beschäftigung im Krankenhaus verhinderte, dass ich mich auch weiterhin dem Bogenschießen, der Tee Zeremonie und dergleichen widmete.
Dafür hatte ich im Krankenhaus aber reichlich Gelegenheit, Dinge zu lernen, die ich anderswo wohl nicht gelernt hätte. Als deutscher Akupunkteur in einem japanischen Krankenhaus, nicht einmal eben zu Besuch, sondern angestellt: damit war ich eine exotische Erscheinung. Ein Umstand, der oft sehr zu meinem Vorteil beigetragen hat.
In der Praxis des Autors. © Blasejewicz
Nach dem Krankenhaus habe ich eine Weile nur Übersetzungen gemacht und schließlich 1995 meine eigene SEHR kleine Praxis aufgemacht. Auch heute falle ich in der japanischen Akupunktur Gemeinde noch auf: ein deutscher Akupunkteur, der eine eigene Praxis leitet. Meines Wissens nach gibt es nur SEHR wenige Akupunkturpraxen in Japan die von WESTLICHEN Ausländern geleitet werden. Wenn ein Chinese, ist in Japan ebenfalls Ausländer, hierzulande Akupunktur macht, fällt er/sie damit eigentlich nicht besonders auf.
Der Autor mit Familie, Neujahr 2005. © Blasejewicz
So ist es gekommen, dass aus einer für 1 Jahr geplanten Weltreise ein permanenter Aufenthalt in Japan geworden ist. Inzwischen haben wir unsere silberne Hochzeit gefeiert und vier recht große Kinder.
Gerade auch im Hinblick auf meinen Beruf als Akupunkteur versuche ich seit einiger Zeit, wenn entsprechende Anfragen kommen, Ausländern bei deren Suche nach Möglichkeiten orientalische Medizin in Japan zu lernen, behilflich zu sein.
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Mit freundlichen Grüßen aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Thomas Blasejewicz



