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Yoshisada Nakiri. ©2005, Robert Herder GmbH Solingen
Japanische Kochmesser erfreuen sich in europäischen Küchen immer größerer Beliebtheit.
Mit zunehmendem Interesse an asiatischer Kultur, Kunst und Küche erfolgt ein erhöhtes Verlangen nach authentischen Schneidewerkzeugen und Küchenutensilien, die das Vergnügen und die Faszination an neuen Zubereitungs- und Geschmackserlebnissen vervollständigen sollen.
Der Trend zu ganzheitlichem Denken in vielerlei Hinsicht bewegt uns zur Übernahme jahrtausendalter Philosophien und Handlungsweisen, die unserer Kultur nicht unbedingt eigen sind.
Diese Zuwendung gegenüber Unbekanntem führt zur Erweiterung unserer Denkweise, sollte aber auch Respekt und Ehrfurcht vor den Dingen erfolgen, welche durch traditionelle und spirituelle Entwicklungsprozesse gewachsen sind.
Kochmesser haben in den japanischen Traditionen einen ganz besonderen Stellenwert.
Sie sind nicht nur Schneidewerkzeug und Gegenstand, sondern verkörpern in ihrer ästhetischen Funktionalität die Achtung vor den naturgegebenen Dingen und sind ein Zeugnis höchster Handwerkskunst. Der gemeinsame Nenner von Qualität und Perfektion basiert auf einer jahrhundertealten Kultur und Tradition japanischer Samurai-Schwertschmiedekunst.
Yoshisada Seiri Nakiri. ©2005 Robert Herder GmbH SolingenGemäß dieser Überlieferung werden die hôchô - handgeschmiedete Messer - nach teilweise bestgehüteten Familiengeheimnissen der Stahlzusammensetzung und des Herstellungsvorgangs in mehreren Lagen handgeschmiedet, wobei man harten und spröden Kohlenstoffstahl mit weichem, zähem Eisen feuerverschweißt.
Das Ergebnis ist ein nicht rostfreies, bruchfestes und unglaublich scharfes mehrlagiges- oder Damaszenermesser, dessen Einzigartigkeit durch die mehrschichtige Struktur der Lagen gewährleistet wird. Diese Messer sind durch den hohen Kohlenstoffgehalt und den speziellen Herstellungsvorgang bis über 60°HRC härtbar, wodurch eine hohe Schnitthaltigkeit und Schärfe resultiert. Diese Eigenschaften, die besonders feine Stahlstruktur und die fremdartigen Klingenformen mit ein- oder beidseitigem Schliff machen die Faszination und Attraktivität für den Liebhaber aus.
Durch die Verwendung asiatischer Hölzer wie Magnolien-, Bambus-, Pakka-, oder Honokiholz für ergonomisch geformte Griffe erhalten die Messer ihr unverwechselbares Aussehen.
Mizuno Fuguhiki Kugelfischmesser ©2005, Robert Herder GmbH SolingenViele japanische alteingesessene Schmieden haben inzwischen Ihre Tore geöffnet und produzieren für den nationalen und internationalen Markt erschwingliche, hochwertige Kochmesser aus edlem Stahl, rostfrei und nicht rostfrei, einlagig und mehrlagig, um die Schmiedekultur und das Feingefühl im Umgang mit Nahrungsmittel ins interessierte Ausland zu transportieren. Moderne technische Verfahren gepaart mit altem Wissen bilden Grundlage für die Herstellung qualitativ höchstwertiger und trotzdem erschwinglicher japanischer Kochmesser.
Diese Messer lehnen an die alten Traditionen der Samurai-Schmiedekunst an und ermöglichen uns, den Umgang mit den fremdartig geformten Klingen zu erlernen und die Faszination der Zubereitungsformen asiatischer Genüsse zu verstehen. Darüberhinaus ist das Wissen um die richtige Pflege dieser Messer, das fachgerechte regelmäßige Schärfen und Aufbewahren notwendig im Sinne der Verantwortlichkeit gegenüber erschaffenen Gegenständen, die in der japanischen Kultur selbstverständlich ist.





