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Seit Mitte der Edo-Zeit kamen Haarpfeile (kanzashi), Haarknebel (kôgai) und Zierkämme (kushi) aus Bambus, Holz, Schildpatt, Elfenbein und anderen Materialien in Gebrauch, durch die die kunstvollen Gebilde in Form gehalten wurden.
Der kogai wurde waagerecht durch den Knoten am Hinterkopf geschoben und hielt so die gesamte Frisur zusammen, wohingegen mit den Haarpfeilen einzelne Partien festgesteckt und durch den Kamm dekorativ ergänzt werden konnten.
Dieser Haarschmuck konnte handwerklich wunderschön gearbeitet und daher recht wertvoll sein. Er bildete, da z.B. Ohr- und Fingerringe damals in Japan nicht üblich waren, oft den einzigen Schmuck der Damen.
Teilweise wurden die nun populären Hochsteckfrisuren mit Bärenfell oder anderen künstlichen Haarteilen unterlegt, um ihnen noch mehr Volumen zu geben.
Natürlich konnte eine derart aufwendige Frisur nicht täglich erneuert werden, zumal dies - wie Hearn berichtet - unter Umständen fast zwei Stunden dauerte. Daher verwendete man in der Nacht oder beim Ausruhen besondere Nackenstützen, um das haarige Gesamtkunstwerk nicht zu beschädigen.
Bei manchen speziellen Nackenstützen konnte man in einen Hohlraum in ihrem Inneren Räucherwerk abbrennen und auf diese Weise die Haare während des Liegens parfumieren.
Für die Haarpflege benutzte man seit alters gern Kämme aus Buchsbaumholz (tsuge-gushi), das besonders weich und daher schonend für das Haar war; überdies verhinderte es, dass sich das Haar elektrostatisch auflud. Allerdings hatte damals wie heute Qualität ihren Preis, zumal das Material jahrelang getrocknet werden musste, ehe es verarbeitet werden konnte.
Noch heute werden in Kyôto derartige Kämme hergestellt, deren Geschichte bis in die Heian-Zeit zurückreicht.
Text: Mit freundlicher Genehmigung © Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf 2001 (Japan Forum, November 2001, S. 1-2)





