2) Kundenverständnis/Rolle des Kunden
In Deutschland ist der Kunde angeblich König. In Japan ist der Kunde Gott.
Tatsächlich ist der Kunde in Deutschland natürlich sehr wichtig. Die Anfragen des Kunden jedoch werden genau abgewogen, priorisiert und in Reihenfolge bearbeitet. Und wenn es nicht so dringend scheint, vielleicht auch erst Ende der Woche.
In Japan ist das anders. Der Kunde ist wirklich Gott. Wenn ein wichtiger Kunde anruft und Qualitätsmängel beanstandet, dann fährt sofort einer der Kollegen persönlich zum Kunden. Auch dann, wenn er als Ingenieur genau weiß, dass es eventuell gar keine Mängel geben kann oder auch ein kurzes Telefonat genügt hätte, um kleinere Mängel zu beheben.
Wichtige japanische Kunden erwarten diese persönliche Wertschätzung und diesen Respekt. Es geht dabei nicht in erster Linie um pragmatische Lösungen.
Natürlich bedeutet dies einen erheblichen Zeitaufwand. Einen Zeitaufwand, der im deutschen Projektplan nicht vorgesehen ist.
Und der von den deutschen Ingenieuren und Managern als absolut unprofessionell betrachtet wird. "Ein Anruf müsste doch genügen".
Auch hier geht es wie bei Punkt 1 darum, einander zu fragen, sich zu erklären. Was ist der Nutzen dieses japanischen Service?
Jedes Team muss dank einer exzellenten Kommunikation gemeinsam Lösungen finden. Die Basis dieser Kommunikation ist das gemeinsame Verständnis der eigenen Situation.




