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Magazin > Japan-Business > Deutsch-japanische Kooperation
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3) Projektverständnis
In den meisten deutschen Industrien herrscht eine Matrixprojektorganisation vor. Das bedeutet, dass Mitarbeiter aus verschiedensten Bereichen, mit unterschiedlichsten Funktionen neu in Teams zusammengestellt werden, je nachdem, was sie erreichen sollen. Der Projektleiter hat die Verantwortung für das Budget und die Zielerreichung, die Teammitglieder unterstehen ihm inhaltlich. Disziplinarisch sind sie jedoch weiterhin dem Linienvorgesetzten unterstellt.
Der Projektleiter ist den Mitgliedern folglich auch nicht unbedingt hierarchisch überstellt, obwohl er unter Umständen eine enorme Verantwortung trägt.

In Japan sind insbesondere traditionelle Industrien sehr viel hierarchischer strukturiert. Linienorganisationen sind hier die Norm.
Gleichzeitig ist es für japanische Mitarbeiter aus verschiedenen Gründen relativ ungewöhnlich und ungewohnt funktions- und bereichsübergreifend zu arbeiten ('sectionalism'). Das Konzept Projektteam ist ihnen häufig fremd und scheint ihnen nicht praktikabel.
Das klassische Dilemma zwischen eigenen Linienvorgesetzten und der Projektstruktur ist aufgrund der geringeren Erfahrung mit Projektteams und der ausgeprägteren Hierarchie schwieriger zu lösen.

Zusätzliche Schwierigkeiten durch virtuelle Zusammenarbeit
Mindestens 70% des Erfolges von Projekten begründet sich in deren wirkungsvoller Kommunikation. Noch wichtiger wird der Faktor Kommunikation bei internationalen virtuellen Projekten. Aber, die virtuelle Zusammenarbeit verstärkt auch Problematiken!
Warum? Es fehlt an Vertrauen und an Möglichkeiten, sich besser kennen zu lernen und dadurch Vertrauen aufzubauen. Zu viele Emails bauen Missverständnisse eher auf als ab und es gibt einen erhöhten Druck durch die Zeitverschiebung.
Das ist erst einmal nichts typisch Deutsch-Japanisches.
Aber diese allgemeine Problematik wird durch bestimmte nationalkulturelle Werte und Grundhaltungen häufig verstärkt.

Die Erfahrung zeigt, dass viele Deutsche, insbesondere Ingenieure und Techniker, im Berufsleben eine pragmatisch-faktische Orientierung haben. Die Beziehungsebene ist ihnen weniger wichtig – schön, wenn es gut läuft, aber keine Grundvoraussetzung zum Arbeiten.



 

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