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• Asakusa ist eine Hure, Teil 2

Die Götter wollen unterhalten sein
Kannonsama, die Göttin des Mitgefühls. Ein weiblicher Buddha sozusagen. Sie kam, als Asakusa noch ein wirkliches Dorf war, dem der Schlamm des Sumida-Flusses ordentlich zusetzte, feucht und sumpfig und voller Bürger, denen das Wasser auch ohne Überschwemmungen manchmal bis zum Hals stand. (Teil 2 lesen...)
Ein Artikel von Silke Pfersdorf, "du - Zeitschrift für Kultur"

• Teil 3/8: "Baumscheren nur von Familie Hirano"

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Asakusa ist eine Hure, Teil 2

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Kannonsama, die Göttin des Mitgefühls. Ein weiblicher Buddha sozusagen. Sie kam, als Asakusa noch ein wirkliches Dorf war, dem der Schlamm des Sumida-Flusses ordentlich zusetzte, feucht und sumpfig und voller Bürger, denen das Wasser auch ohne Überschwemmungen manchmal bis zum Hals stand. Doch eines Tages, im Jahre 628, kam just aus dem Sumida der Segen: In den Netzen der beiden Fischerbrüder Hamanari und Takenari verfing sich eine Mini-Statue, gülden glänzend. Der Dorfälteste Haji no Nagatomo erkannte in ihr sogleich die Kannon und machte sein Haus zu ihrem Tempel.

In den folgenden Jahrhunderten strömten immer mehr Leute zum Beten nach Asakusa, die Pilger rückten an, die Mächtigen des Landes – und das Vergnügen, vor allem während der Edo-Zeit zwischen 1603 und 1868. Herrliche Düfte von brutzelnden Leckereien und süssen Kuchen vermischten sich mit dem Geruch der Räucherstäbchen, die Glockenschläge aus dem Tempel mit der Musik auf den Strassen. Jesus warf die Händler einst aus dem Tempel – in Asakusa wurden sie willkommen geheissen.

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du - Zeitschrift für Kultur
du - Zeitschrift für Kultur
Ausgabe 773
Thema: Tokyos altes Herz. Bei Kannon, der glücklichen Göttin
ISBN 978-3-03717-031-1
12,- Euro, 20 CHF
erhältlich im Buchhandel, am Kiosk oder unter www.dumag.ch

Die Götter, fand man in Japan stets, wollen unterhalten sein, das stimmt sie gewogen. Theater, Farben, Licht und Lachen, als Götterschmaus ein gutes Essen – was soll da noch schiefgehen? Das Vergnügen tanzte den Veitstanz in Asakusa.
Aus der Stadtmitte Edos, wie Tokyo früher hiess, verbannten die Shô gune im 19. Jahrhundert die Kabuki-Theater nach Asakusa, auf den Bühnen gab es die verwegensten Stücke zu sehen, das Denkikan, Japans erstes Kino, zog 1903 in den Bezirk, noch bevor Amerika und England ein Lichtspielhaus kannten.

Durch den 1853 eröffneten Hanayashiki-Blumengarten flanierten schäkernd die Pärchen, bevor der Welt neueste Karussells sich dort breitmachten; in den Misemono-Buden stellten sich die Kleinwüchsigen und Entstellten zur Schau und die Händler boten entzückende Kimonostoffe und Bänder und Kämme feil.
Katzen- und Mädchenfänger, Vergnügungsboote auf dem Sumida, Spieler und Spelunken; ein einziges Irrenhaus sei Asakusa, notierte der Schriftsteller und spätere Nobelpreisträger Yasunari Kawabata über die 1920er Jahre in seinem Buch Die rote Bande von Asakusa.

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Text: © Silke Pfersdorf, "du - Zeitschrift für Kultur"

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Links zu Informationen über Asakusa:
• Asakusa
- Tokyo Essentials: Info über Asakusa (E)
- Tabibito über Asakusa und Sensôji (D)
- Informationen + Bilder zu Asakusa / Sensôji / Kaminarimon etc. (E)
- Für Freunde japanischer Festivals: Eine Übersicht der Festivals / Feste in Asakusa mit Datum und kurzer Info (E)
- Karten von Asakusa mit Restauranttipps (E) inkl. kurzer Info zu den gelisteten Restaurants
- Vorschlag für eine Fußgänger-Tour durch Asakusa mit Bildern + Stadtplan-Ausschnitt (E)
- Ausflugstipps in Asakusa. Auch einige interessante Geheimtipps! (E)
• Fotos von Asakusa
- Sehr hilfreich: Etliche Bilder von Asakusa (Sensôji etc.) mit Lageplan, auf dem der jeweilige Standpunkt gekennzeichnet ist. (E)
- Asakusa bei Japan-Photo, dem ultimativen Bildarchiv für Japan (D)
- Bilder von Asakusa bei Wikipedia (D)
- Fotos von Asakusa bei Fotosearch.de (D)
- Noch mehr Bilder von Asakusa in einem der besten Photo-Archive über Japan (E)
- Auch bei Flickr gibt es Japan-Fotos inkl. Asakusa (E)


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