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Kumihimo - die japanische Kunst, Schnüre zu flechten Kumihimo beim Japan Festival 2004 "Aus dem Herzen Japans", Museum für Ostasiatische Kunst, Köln |
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Anlaß des Japanfestivals 2004 "Aus dem Herzen Japans" im Kölner Museum für Ostasiatische Kunst war das Jubiläum der Kumihimo-Meisterin Frau Tokoro, die bereits seit 25 Jahren regelmäßig Kumihimo-Kurse in Köln gibt. Kumihimo ist die Kunst, Fadenstränge (idealerweise aus Seide) zu flechten. Aber nicht so, wie wir uns das Flechten vorstellen. Für diese japanische Spezialität benötigt man eine ganz besondere Ausrüstung. Da ist zunächst der Flechtstuhl (takadai bzw. ayatakadai, für flache Bänder) oder der Flechthocker (marudai, für runde, flache oder eckige Schnüre oder Bänder). Dann gibt es noch die mit einem Bleikern versehenen Gewichte (tama), die aussehen wie dicke, hölzerne Garnrollen. Zunächst nur den höheren Gesellschaftsschichten (z.B. Adligen und Priestern) vorbehalten, kam ab dem 17. Jhdt. auch der Rest der Bevölkerung in den Genuß der äußerst belastbaren und zugleich schönen und vielseitigen Schnüre und Bänder. Heute werden Kumihimo-Bänder und -Schnüre immer noch als Verschluss für Haori (Kimonojacke) und Obi (Kimonoschärpe) verwendet. Während des Japanfestivals in Köln hatte man nun Gelegenheit, diese einzigartige Flechtkunst kennenzulernen und nach einer kurzen Einleitung selber auszuprobieren. Jeder Teilnehmer setzte oder kniete sich an eines der zahlreichen vorbereiteten marudai (Flechthocker von mindestens ca. 40cm Höhe), um mit oder ohne Hilfe die ersten Flechtversuche zu unternehmen. Nicht schnell, sondern schön möge man arbeiten, so die Empfehlung, und etwa 20 Zentimeter könne man schaffen. Also ran ans Werk: Garnrolle in die Hand, und... "Stop!". Man nehme nicht die Garnrolle, sondern den Fadenstrang selbst in die Hand, um ihn von einer Seite zur gegenüberliegenden zu bewegen, hieß es. Dabei müsse man darauf achten, daß der Strang sich nicht verdrehe. Wir wurden zum Glück von mehreren gewieften deutschen und japanischen Kumihimo-Flechterinnen beaufsichtigt und freundlich korrigiert, wenn uns Fehler unterliefen oder wir nicht weiter wußten.
![]() ![]() Links: Marudai von oben. Mitte: Eine Gruppe von vorbereiteten Marudai Rechts: Tama, Garnrollen mit Seidengarn
Kumihimo kann jeder erlernen, ob Mann oder Frau, ob alt oder jung. Man kann die fertigen Schnüre als ebensolche verwenden oder weiterverarbeiten zu Schmuck, Gürteln, Schlaufen, Kleidungsstücken uvm..
Links, Zubehör, Literatur und Bilder zum Thema Kumihimo finden Sie hier: Japanische Kultur > Handwerk:Kumihimo |
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