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Papierschöpfen Papierschöpfen beim Japan Festival 2004 "Aus dem Herzen Japans", Museum für Ostasiatische Kunst, Köln |
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Trotz des allgemein verminderten Papiergebrauchs weiß man selbstverständlich auch heutzutage noch gutes, einzigartiges Papier zu schätzen, und nicht nur Papierliebhabern dürfte Japanpapier ein Begriff sein. Japanpapier - washi - vermittelt ein unverwechselbares taktiles Erlebnis und ist immer äußerst dekorativ, welche Form es auch annehmen mag. Es wird aus Pflanzenfasern gefertigt, die zunächst zerkleinert und in Wasser gestampft und gekocht werden. Der Brei, der auf diese Weise entsteht, ist durchsetzt von bis zu 3cm langenFasern (je nach Papiersorte), die auch im fertigen Produkt noch gut erkennbar sind und die eines der wichtigsten Merkmale des Japanpapiers darstellen. Damit die Fasern in der dickflüssigen Masse nicht miteinander verklumpen und sich gleichmäßig verteilen, wird dem Brei noch ein dickflüssiger Saft aus der Pflanze tororo aoi zugefügt und gut untergerührt. Auf dem Japanfestival wurde eine Einführung in das Papierschöpfen von washi dargeboten. Die Teilnehmerschar gruppierte sich um den großen Holzbottich im Foyer des Ostasiatischen Museums und ließ sich zuerst einmal von Meister Goto die Technik des Papierschöpfens vorführen und erklären. Der Meister demonstrierte die Bewegungen, die nötig sind, um 1 Blatt Papier erfolgreich zu schöpfen. Bei ihm sah das alles sehr einfach aus: Man nehme das Papierschöpf-Sieb (durchweg aus Holz und Bambus) Wie gesagt, es sah einfach aus, aber machen Sie das mal mit dem - wenn auch gutmütigen - Meister im Nacken und 20 Zuschauern, die genau bemerken, wenn ein Handgriff nicht so recht sitzt. Immerhin schlugen sich alle Teilnehmer wacker und brachten recht anständiges Papier zustande, welches am nächsten Tag abgeholt werden durfte. Wenn man bedenkt, wie vegleichsweise einfach die Ausrüstung des Papierschöpfers ist, so ist es doch umso erstaunlicher, welch faszinierende und vielseitige Papiere mit diesen Mitteln geschaffen werden. Und in Anbetracht dieser Vielfalt an Papiersorten und Gestaltungsmöglichkeiten erübrigt sich auch die Frage, warum "Japanpapier" eigentlich so berühmt ist.
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