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Soyasauce - das Multitalent der japanischen Küche, Teil 1 |
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Wer kennt sie nicht: Sojasauce, diese braune Flüssigwürze, die aus der japanischen Küche nicht wegzudenken ist? Im Gegensatz zu der bekannten deutschen Flüssigwürze, die erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts lanciert wurde, war ein Vorgänger der heutigen Sojasauce in China bereits vor mehr als 2500 Jahren bei einer buddhistischen Glaubensgemeinschaft gebräuchlich, deren fleischlosen Speiseplan die Sojasauce geschmacklich ergänzte. Ursprünglich war Sojasauce nur ein flüssiges Nebenprodukt der miso-Erzeugung, bei der die braune Sauce (tamari) abgeschöpft wurde. Als dann die Nachfrage nach diesem Nebenprodukt stieg, wurde miso dann auch eigens zur Herstellung von Sojasauce angesetzt. In China ist Tamari auch heute weit verbreitet. Eine klassische Sojasauce besteht aus nur 4 Zutaten: Sojabohnen, Weizen, Wasser und Salz. Die Herstellung verläuft in 3 Schritten. Im 1. Schritt werden gedünstete ganze Sojabohnen mit geröstetem, geschrotetem Weizen vermischt. Durch die Imfpung mit Schimmelpilzen entsteht Trockenmaische (kôji), in der sich Enzyme bilden, die den nachfolgenden Brauprozeß wesentlich beeinflussen. Nach etwa 3 Tagen, wenn sich die Pilzkulturen ausreichend vermehrt haben, geht man über zum 2. Schritt, dem eigentlichen Brauprozeß. Jetzt wird der Trockenmaische Salzwasser mit bis zu 20% Salzanteil beigemischt. Diese Maische (moromi) reift nun in großen, offenen Holzfässern. Die im 1. Schritt entstandenen Enzyme spalten das Sojaeiweiß in Aminosäuren, Stärke wird abgebaut und Zucker entsteht, der in Milchsäuren und Alkohol umgewandelt wird. Der Fermentationsprozeß nimmt mindestens 6 Monate in Anspruch. Hochwertige Sojasaucen dürfen auch schon mal 1-5 Jahre reifen, bis die gewünscht Qualität erreicht ist. In dieser Zeit wird dem moromi Luft zugeführt, damit sich keine unerwünschten Mikroorganismen bilden können. Heutzutage, da sich asiatische Gerichte in Deutschland stetig wachsender Beliebtheit erfreuen, wächst auch hier der Anteil der Sojasauce an der täglichen Ernährung. Dem durchschnittlichen deutschen Gaumen fällt es jedoch schwer, eine gute von einer minderwertigen Sojasauce zu unterscheiden, und so machen sich in den Asia-Shops und gut sortierten Supermärkten auch Billigprodukte breit, deren Preisvorteil den Käuferblick besticht. Leider werden minderwertigen Sojasaucen jedoch häufig Geschmacksverstärker, Maissirup und Farbstoffe zugesetzt, nicht zuletzt um die Herstellung zu beschleunigen. Testen Sie doch einmal Ihre Sojasauce:
Wer sich genau über die Unterschiede und Zutaten der verschiedenen Sojasaucen informieren möchte, dem sei folgendes Plakat von Kikkoman empfohlen: Sojasauce verstärkt den Eigengeschmack vieler Speisen durch ihren natürlichen Gehalt an der Aminosäure Glutamat, die während des Fermentationsprozesses abgespalten wird. Einige Tropfen reichen aus, um das Aroma von Fleisch, Fisch, Suppe, Gemüse etc. zu betonen. Wer Sojasauce zum Würzen verwendet, sollte das Salz besser stehen lassen; allzuleicht ist das Gericht sonst versalzen.
Bücher über Soja / Sojasauce
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